30.07.2018

 

Gedenken an Rosa-Maria Biberger

 

Am 28. Juli 2018 verstarb Rosa-Maria Biberger nach längerer Krankheit im 90. Lebensjahr.

Rosa-Maria Biberger ist die Tante von Gerd-Ludwig Stieler, welcher viele Jahre lang Leiter der Katholischen Gehörlosen-Gemeinde St. Martin Landshut war.

Während der langen Amtszeit ihres Neffen Gerd-Ludwig Stieler als Leiter der Katholischen Gehörlosen Gemeinde St. Martin Landshut unterstützte Rosa-Maria Biberger die Aktivitäten der Gemeinde wirkungsvoll und war lange Jahre selbst auch Mitglied der Gemeinde.

 

 

Nachstehend die Traueranzeige  mit der Bitte um ein ehrendes Gedenken! (GP)

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19.07.2018

Am 15. Juli verstarb Ernst Wimmer im 91. Lebensjahr.

Ernst Wimmer war Gründungsmitglied des Gehörlosen-Sportvereins Landshut und bis zuletzt dessen Mitglied.

Auch im Gehörlosen Ortsverband Landshut und in der Katholischen Gehörlosen Gemeinde "St. Martin" Landshut war er Mitglied.

Bis zu seinem gesundheitlich bedingten Umzug nach Brombach war er zudem gerne bei den Gehörlosen-Seniorentreffen anwesend.

Nachstehend die Traueranzeige .

Quelle: Regensburger Bistumsblatt 26. KW 2018
Quelle: Regensburger Bistumsblatt 26. KW 2018

Zum Gedenken an Wilhelm Freundl (ehem GL-Seelsorger in Landshut)

 

Am 19. Juni 2018 verstarb Wilhelm Freundl, Geistlicher Rat und langjähriger Caritas-Direktor in Landshut kurz vor vollendung seines 88. Lebensjahres.

Wilhelm Freundl war u.a. auch langjähriger Seelsorger für die Gehörlosen in Landshut wo er die vierteljährlichen Gottesdienste in der Hauskapelle des Magdalenenheims zelebrierte, welche immer gut besucht waren.

Die Landshuter Gehörlosenvereine (Ortsverband, Kath. GL-Gemeinde St. Martin und der Sportverein) mit welchen Pfarrer Wilhelm Freundl jahrelang verbunden waren, gedenken ihm in dankbarer Verbundenheit.

 

Ich würde mich freuen, wenn am Gedenk-Gottesdienst am MIttwoch 27.Juni um 14:30 Uhr in der Kirche St. Jodok viele Gehörlose der Landshuter Vereine teilnehmen würden. 

 

Gottfried Paulus

16.04.2018

 

Bayerns Gehörlosenwelt trauert um Gottfried Weileder

 

Am 14. April trafen sich zahlreiche Weggefährte, Freunde und Bekannte in der modernen Pfarrkirche Sankt Michael in Plattling zu einem Gedenk-Gottesdienst  an Gottfried Weileder, welcher am 11. März wenige Tage vor Vollendung seines 99. Lebensjahres für immer die Augen schloss.

In einer würdevollen Gottesdienstzeremonie, welche vom Diözesan-Seelsorger Pfarrer Christian Burkhardt gehalten wurde, nahmen die Teilnehmer Abschied von einem Pionier der Gehörlosenwelt, welcher in vielen Bereichen Duftmarken setzte, welche heute immer noch sichtbar sind.

Pfarrer Christian Burkhart zeichnete in seiner Ansprache bei der Predigt ein Bild des Verstorbenen welches zeitlebens vom Engagement für seine gehörlosen Schicksalsgemeinschaft geprägt war. Pfarrer Burkhardt erinnerte an seinen Anfang als Gehörlosen-Seelsorger wo er im Jahr 2004 begann und auf der Suche die Gebärdensprache zu erlernen mit Gottfried Weileder in Kontakt kam. Durch viele persönliche Kontakte wurde ihm durch Gottfried Weileder die Lebenswelt der Gehörlosen geöffnet und insbesondere die kirchlichen Gebärden vermittelt, welche bei den Gottesdiensten immer einen Hauch von Poesie beinhalten sollten. Dieses Vermächtnis versuche ich bei den Gehörlosen Gottesdiensten zu verwirklichen wofür ich Gottfried  Weileder, welcher mir ein Freund geworden ist, dankbar bin sagte Pfarrer Burkhardt.

 

Nach dem Gottesdienst würdigten auch Vertreter der bayerischen Verbände den Verstorbenen.

So der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes Bayern der Gehörlosen Rudolf Gast, ein langjähriger Wegbegleiter. Er erinnerte an seine erste Begegnung als 17-jähriger wodurch er sich durch die besondere Menschlichkeit von Gottfried Weileder in der Gehörlosenwelt mit engagierte.

Rudolf Gast zeichnete ein Wesen von Gottfried Weileder, welches die Gehörlosen immer im Blickpunkt hatte, da diese besondere Anliegen und besondere Bedürfnisse hatten, welche von der hörenden Welt mit Unverständnis und zum Teil auch mit Ablehnung begegnet wurde, wie zum Beispiel die Anerkennung der Gebärdensprache u.a.

Nach Kriegsende 1945, wo die deutsche Infrastuktur am Boden lag, gehörte Gottfried Weileder zu den Personen, welche die Gehörlosenwelt wieder zusammenbrachte, so dass es wieder Vereine gab, welchen den Gehörlosen Zusammenhalt und gesellschaftliches Leben ermöglichte.

Im besonderen erwähnte Rudolf Gast jedoch das soziale Engagement für die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Gehörlosen. So ist die Fernsehsendung "Sehen statt Hören" ohne Gottfried Weileder undenkbar, welcher den damaligen Moderatoren gebärdensprachlich zur Seite stand um den Durchbruch zu schaffen. In weiteren Projekten zur Verbesserung der Gehörlosen engagierte sich Gottfried Weileder, wie im Projekt der Vereinheitlichung der Gebärdensprache, der Einführung von Gebärdenkursen in den Volkshochschulen und in den Nachkriegsjahren von Deutschkursen für Gehörlosen, welche wegen der oralen Schulbildung erhebliche Schwierigkeiten mit der Deutschen Schriftsprache hatten.

So war es Gottfried Weileder immer ein Anliegen den Gehörlosen Wissen und Bildung zu vermitteln wie zum Beispiel auch lange Jahre hin die Bildungsveranstaltung für Gehörlose in Institut für Gehörlose in Straubing.

Nachdem er in sein Waldlerhaus in Zell bei Rattenberg umsiedelte, engagierte sich Gottfried Weileder auch bei den Gehörlosen in der Region Cham im Bayer. Wald wo  er den seit 1956 bestehenden Katholischen Gehörlosen Verein Cham im Jahr 1986 als Vorsitzender übernahm und diesen unter dem neuen Vereinsnamen "Gehörlosenverein Cham e.V." in den Bezirksverband Oberpfalz und den Landesverband Bayern eingliederte.

Gottfried Weileder, welcher nach einer Lehre als Glas- und Porzellanmaler im Jahr 1937 als Landkartenzeichner in das Bayerische Landesvermessungsamt aufgenommen wurde und dort ab dem Jahr 1942 als Ingenieur, wirkte bildete zahlreiche gehörlose Dienstanfänger im Bayerischen Vermessungsamt aus, welche hierdurch einen langjährigen sicheren Arbeitsplatz innehaben durften.

Und auch im Kampf um die Anerkennung der Gebärdensprache setzte sich Gottfried Weileder sehr engagiert ein. So hielt er viele Referate hierzu bei Universitäten, Lehrerkongressen, Elternvereinigungen ab und brachte Eingaben an das Bayerische Kultusministerium und den Bayer. Landtag ein, welche später zur Gründung der Realschule für Gehörlose führten. Und auch um die Einrichtung von Beratungsstellen für Hörgeschädigte in den einzelnen Bezirken machte sich Gottfried Weileder stark, was allerdings ziemlich dauerte bis es verwirklicht wurde. Rudolf Gast meinte abschließend, dass Gottfried Weileder einen Ehrenplatz im Ruhmestempel der Walhalla bei  Regensburg verdient hätte.

 

Auch im Sport war Gottfried Weileder eine hoch geachtete Persönlichkeit, wie Josef Willmerdinger in Vertretung des Bayerischen Gehörlosen Sportverbandes in seiner Rede ausführte. Seine vielfältigen Aktivitäten im sportlichen und sozialem Bereich machten ihn zu einem Urgestein der bayerischen und deutschen Gehörlosenbewegung. Herausragend sein Wirken bei den 6. Welt-Winterspielen 1967 in Berchtesgaden, welche er hauptverantwortlich organisierte.

Daneben sein Wirken als Fachwart Skisport im Deutschen Gehörlosen Sportverband mit den erfolgreichen Abschneiden seiner Schützlinge in Montana/Schweiz 1959, Aare/Schweden 1963 u.a.

Gottfried Weileder war Hauptinitator der Gründung des Vereins"Gehörlose-Bergfreunde München" derzeit Mitgliederstärkster Bayerischer Gehörlosen-Sportverein, welcher am 20.August 1953 aus der Taufe gehoben wurde. Seine Liebe zum Wintersport veranlasste ihn zum Erwerb einer Almhütte im Spitzingseegebiet, der Haushammer Alm, wo viele Gehörlose schöne Zeiten verbringen konnten - der Schreiber dieser Zeilen war auch mal dort. Gerade hier schickte ihm das Schicksal eine schwere Prüfung, denn eine Lawine zerstörte einen Lebensabschnitt und er verlor seine erste Frau.

 

Seine Liebe galt auch der Jugendarbeit in der Deutschen Gehörlosen Sportjugend, wo er viele Seminare und Vorträge hielt, und woraus manche Vereinsvorstände erwachsen sind.

 

Die Verdienste von Gottfried Weileder für sein Wirken wurden mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande (1992) gewürdigt. Darüber hinaus erhielt er die Heinrich Siepmann Plakette des DGS (1990)

Weitere Ehrungen waren

Ehrenplakette des Landesverbandes Bayern (1982)

Goldene Ehrennadel des Deutschen Gehörlosen Bundes

Ehrennadel des Verbandes der Katholischen Gehörlosen Deutschlands

 

Gottfried Weileder welcher am 20. März im Niederbayerischen Eichendorf geboren wurde verstarb am 11. März 2018. Er ertaubte im Alter von 7 Jahren an Scharlach. Seinen Wunsch in den Kreis der 100-Jährigen zu kommen hat der Herrgott leider sein Veto eingelegt.

Was uns bleibt ist eine Erinnerung an eine herausragende Persönlichkeit, welche sich allezeit für uns Gehörlose eingesetzt hat.

 

Und die Worte seiner beiden Töchter:

Gottfried war ein Mensch der Tat, der mit viel Herz und Verstand gehandelt hat. Und den Mut hat er ständig in der Hosentasche dabei gehabt. Mit dieser Charaktereigenschaft hat er nicht nur die Gehörlosenwelt verändert, sondern jeden von uns geprägt.

 

Unsere Anteilnahme gilt den Familienangehörigen.

 

Noch eine Anmerkung des Verfassers:

Im Jahr 1971 oder 1972 fuhr ich mit dem Rennrad von Landshut nach Falkenstein zu meinen Eltern. Zwischen Weng nach einem 12 prozentigen Anstieg und Mengkofen bergab auf einem Flachstück überholte mich ein Auto (VW Käfer) Der Fahrer stieg aus und als ich vorbei kam, Gebärdenfrage - Du Taubstumm ? Das war das erste kennen lernen mit Gottfried Weileder.

30 Jahre nach diesem Treffen machte ich eine Radtour zu seinem Waldlerhaus in Zell im Bayerischen Wald - hübsche 210 Kilometer hin und zurück.

Auch wenn wir uns selten sahen und trafen, wir beide "Gottfried" waren immer auf gleicher Welle.

 

Gottfried Paulus

genannt: "Gottfried der Dritte"